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Qualifizierungsoffensive Tourismus Außerfern Teil 2

Die vier Außerferner Tourismusverbände arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen. Koordiniert über den Verein REA setzten sie zahlreiche Gemeinschaftsprojekte um. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit gilt seit jeher der Qualifizierung von MitarbeiterInnen.

Qualifizierungsoffensive Tourismus Außerfern Teil 2

Tirol Touristica 2011

Ausgangslage

Nachdem intensiv an Verbesserungen der operativen Abläufen und der Kundenorientierung gearbeitet wurde, stehen nun stärker die Themen Tourismusstrategie, Positionierung, Innovation und E-Tourismus auf der Agenda. Der Tourismus im Alpenraum hat sich längst von einem Verkäufer- zu einem Käufermarkt gewandelt. In einem derart wettbewerbsintensiven Markt können sich nur jene Destinationen behaupten, die eine klare Strategie verfolgen, bei den Zielgruppen entsprechend positioniert sind und über Innovationen Wettbewerbsvorteile erzielen. Innovationen im Tourismus können die Produkt-, Prozess-, Organisations-, Markt- und Marketingebene betreffen. Insbesondere in jenen Regionen, in denen nicht große Seilbahnunternehmen die Entwicklung der Destination vorantreiben, sind die Tourismusverbände gefordert, den Innovationsprozess zu initiieren und zu moderieren. Innovation auf Destinationsebene basiert auf einen inter-organisationalen Netzwerkprozess. Laut einer Studie der Universität Innsbruck besteht Innovationsbedarf insbesondere in den Bereichen, Verkehrslösungen, Mitarbeiterbeschäftigung, infrastrukturelle Maßnahmen für den Sommertourismus, Stärkung der Leitbetriebe, Qualitätssicherung bei Hardware und Software, Wissensvermittlung im Destinationsmanagement und im Marketing.

Ziele

Nach erfolgreicher Umsetzung des Projekts soll folgende Situation gegeben sein: Die in den Verbänden erarbeiteten Destinationsstrategien tragen dazu bei, die Ressourcen stärker zu bündeln und auf die weitere Stärkung der regionalen Kernkompetenzen zu verwenden. Wo es erforderlich ist, bildet die Strategie die Grundlage für eine Anpassung von Kurtaxe und/oder Pflichtbeiträgen. Die Destinationen verfügen über ein klares Profil und sind in den wichtigen Quellmärkten bei den definierten Zielgruppen als attraktive Urlaubsregion positioniert. In den Stärkefeldern gelingt es, durch Produktinnovationen Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Prozessinnovationen tragen dazu bei, den Kundennutzen zu erhöhen bzw. die internen Abläufe so zu optimieren, dass mit weniger Ressourcen mehr erreicht werden kann. Das Potential neuer Märkte ist geprüft. Darauf aufbauend werden Internationalisierungs-strategien festgelegt. Neue Formen des Marketings unter Einbeziehung von Informations- und Kommunikationstechnologien sind im Einsatz.

Maßnahmen

Das Projekt beinhaltet Schulungsmaßnahmen in Form von Seminaren, Workshops, Exkursionen und Fachveranstaltungen sowie extern begleitete Entwicklungsprozesse zu den Themen Destinationsstrategie, Positionierung und Prozessoptimierung sowie zu den derzeitigen und potentiellen Stärkefeldern Nature Watch / Naturerlebnistourismus, Langlaufen, Wandern, Radfahren, Golf und Kulinarik. Einen großen Schwerpunkt dabei bildet die Stärkung der Sommersaison. Zudem sollen Markt- und Marketinginnovationen erarbeitet werden. Dabei spielen die Erschließung neuer Märkte unter anderem über den Allgäu Airport eine wichtige Rolle.

Die Zielgruppe umfasst im Wesentlichen Entscheidungsträger auf Ebene von Vorstand und Aufsichtsrat, auf Ebene der Geschäftsführung sowie Mitarbeiter der TVBs, die für das Management von Produkten zuständig sind sowie deren Kooperationspartner in der Region. Ein zentrales Element aller Veranstaltungen bildet zum einen der Wissenstransfer von externen Fachreferenten und zum anderen der intensive Wissens- und Erfahrungsaustausch mit der Tirol Werbung und unter den vier Außerferner Tourismusverbänden. Die seit vielen Jahren sehr erfolgreich praktizierte Zusammenarbeit soll im Rahmen des Projekts noch weiter vertieft werden. Über themenbezogene Exkursionen (max. 2-3tägig, je nach Entfernung) soll auch der Wissenstransfer mit best practice Destinationen im In- und Ausland forciert werden. So wird angestrebt, von der über viele Jahre aufgebauten Wanderkompetenz in den deutschen Mittelgebirgsregionen zu profitieren und mittelfristig Kooperationen aufzubauen (Stichwort Top Trails of Germany). Weitwanderwege wie der Rothaarsteig in Nordrheinwestfalen zählen zu den absoluten Topprodukten auf dem internationalen Wandermarkt. Großes Lernpotential für das Thema Genussradeln besteht bspw. im Erfahrungsaustausch mit Touristikern, die für das Management von Drauradweg, Vinschgerradweg oder Donauradweg zuständig sind. Interessante Exkursionsziele zum Thema Golf oder Langlauf liegen auch im Bundesland Tirol (Bsp. Bezirke Kitzbühel und Innsbruck Land). Aufbauend auf einem intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch (bspw. über Exkursionen) sollen im Rahmen von Workshops und kleinen „Fachkongressen“ (mit 10 bis 20 Teilnehmern) die Qualitätsniveaus in den Tourismusregionen gehoben bzw. neue Produkte entwickelt werden. Hierfür werden externe Referenten eingeladen sowie professionelle Moderatoren eingesetzt. Innovationen entstehen insbesondere durch moderierte Gruppenarbeiten unter Einsatz von Kreativtechniken. Die durch die Gruppendynamik initiierte Kreativität und Intelligenz liegt deutlich höher als jene, die sich aus der Summe der individuellen Potentiale ergibt. Dieser partizipative Ansatz gilt auch für die Erarbeitung von Destinationsstrategien. Das Entscheidende dabei ist, dass die Touristiker die eingefahrenen Bahnen und Denkmuster verlassen und in die Lage versetzt werden, die bestehenden Ressourcen und regionalen Fähigkeiten neu zu kombinieren.

Förderprogramm

Das Projekt wird unterstützt von der Europäischen Union - Entwicklung des ländlichen Raum - Achse Leader sowie von der Abteilung Raumordnung und Statistik der Tiroler Landesregierung.

Projektträger

Verein Regionalentwicklung Außerfern (REA) in Zusammenarbeit mit den 4 Außerferner Tourismusverbänden
Ansprechpartner: Mag. Günter Salchner
rea@allesausserfern.at

 

 

 

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