Lammkampagne
Zu den wichtigsten Motiven für einen Urlaub in der Naturparkregion Lechtal-Reutte zählen die Wildflusslandschaft am Lech und die bäuerliche Kulturlandschaft sowie das touristische Angebot, das damit in Verbindung steht. Der Erhalt der Kulturlandschaft verlangt nach harter Arbeit, die den bäuerlichen Familien ein Einkommen sichert.
Ausgangssituation
Dabei spielt die Schafzucht eine zentrale Rolle. Die Beweidung mit Schafen stellt eine extensive Form der Bewirtschaftung dar, die einen wesentlichen Beitrag zur Biodiversität leistet. Dies kommt besonders deutlich beim Moosberg in der Gemeinde Weißenbach zum Ausdruck (NATURA 2000 Gebiet). Der Naturparkverein hat für dieses Gebiet einen Landschaftspflege- und Bewirtschaftungsplan erstellt, der explizit eine Beweidung mit Schafen und Ziegen vorsieht. Außerhalb des Schutzgebietes befinden sich zahlreiche Almen, die auf diese Form der Bewirtschaftung setzen. Die Schafhaltung ist nachhaltig abgesichert, wenn auch die entsprechenden Produkte nachgefragt werden. Dies trifft insbesondere auf Lammfleisch zu. Die Tiroler Küche ist jedoch relativ arm an Lammgerichten. Der Absatz an Lammfleisch war in den letzten Jahren zudem rückläufig. Die Naturparkwirte bilden eine Angebotsgruppe, die sich der Regionalität verschrieben hat. Alle acht Betriebe nehmen am Gastrosystem der Agrarmarkt Austria teil. Damit verpflichten sich die Betriebe, wichtige Produktgruppen in Österreich und insbesondere in der Region einzukaufen. In regelmäßigen Abständen überprüft die AMA die Betriebe anhand von Lieferscheinen.
Ziele:
Das Projekt zielt darauf, die Nachfrage nach regionalem Lammfleisch in der Gastronomie, beim regionalen Lebensmittelhandel und Metzgern sowie bei bäuerlichen Direktvermarktern zu steigern und damit die extensive Bewirtschaftung der Kulturlandschaft abzusichern. Damit verknüpft ist auch das Naturschutzziel Erhalt der Biodiversität. Nach Abschluss des Projekts sollen Gäste wie Einheimische besser Bescheid wissen über die Schafzucht und deren Beitrag zur Kulturlandschaftspflege und zum Naturschutz (Stichwort Moosberg). Gäste wie Konsumenten sollen wissen, auf welch vielfältige Art Lammfleisch in der Küche verwendet werden kann. Gleichzeitig verfolgt das Projekt das Ziel, das Profil der Angebotsgruppe der Naturparkwirte und eines kooperierenden Metzgereibetriebs über die Themen Regionalität und Qualität weiter zu schärfen und die Naturparkregion Lechtal-Reutte als Kulinarik-Region zu positionieren. Durch einen kulinarischen Kulturaustausch soll auch die Diskussion rund um Zuwanderung etwas entkrampft werden. Die Bevölkerungsentwicklung im Bezirks Reutte ist bereits seit ein paar Jahren rückläufig. Die Wirtschaft beklagt seit vielen Jahren einen anhaltenden Fachkräftemangel. Die Region ist auf Zuwanderung angewiesen.
Maßnahmen:
Das Projekt beinhaltet die Bewerbung der Lammkampagne und weiterer Kulinarikevents rund um das Thema Lamm in den Medien, die Durchführung einer Fortbildungsveranstaltung, die Produktion einer Infobroschüre zu den Themen Schafzucht, Lammgerichte, Wollprodukte, Naturpark/Naturschutz, Kulinarik, Naturparkwirte und Wertschöpfungskette einschließlich Metzgerei sowie den Aufbau eines Webauftritts.
Förderprogramm:
Das Projekt wird unterstützt durch das Land Tirol, Sonderförderprogramm für die Region Naturpark Tiroler Lech

