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Heiterwang

Fünf km südöstlich von Reutte liegt Heiterwang am Fuße des Thanellers in der Nähe des Heiterwanger Sees.

Heiterwang

Gemeinde Heiterwang

Informationen:

Geschichte

„In Ayterwanch zwei vischlehen diu geltent: 160 bant vische, und islich bant hat 9 vische” – diese Eintragung im Urbar (Einnahmenverzeichnis) des Grafen Meinhard II. von Tirol-Görz aus dem Jahre 1288 ist der älteste schriftliche Beleg, in dem der Name Heiterwang genannt wird. In die heutige Sprache übertragen lautet die Eintragung: „In Heiterwang zwei Fischlehen; die Zinsen 160 Bund Fische, und jeder Bund hat neun Fische”.
Die erste Siedlung in Heiterwang dürfte jedoch bereits vor dieser Zeit vom Kloster Steingaden gegründet worden sein, denn das Kloster besaß bis ins 16. Jh. Anteile am Heiterwanger See und die Bezeichnung „Steingadner Höfe” hat sich bis ins 17. Jh. gehalten.
Das Auf und Ab in der Geschichte des Dorfes ist seit frühester Zeit sehr eng mit der Straße über den Fernpass verbunden. Vom 15. bis zum 18. Jh. waren die Heiterwanger Bauern am Frachtwesen mit sogenannten „Rodwägen” beteiligt. Die Rodleute waren zum Warentransport verpflichtet,  und die Kaufleute mussten für diese Leistung bezahlen. Weiters entwickelten sich entsprechende Handwerke wie Schmiede und Wagner. Auch das Entstehen mehrerer Wirtshäuser und Ballhäuser (Lagerhäuser) hängt direkt mit dem regen Frachtverkehr zusammen.
Durch den Niedergang des Salztransportes, den Dreißigjährigen Krieg, die Pest und in weiterer Folge durch die Napoleonischen Kriege waren die Verdienstmöglichkeiten sehr eingeschränkt und es kam zu dramatischen Abwanderungen.
Die spürbare Aufwärtsentwicklung zu Beginn des 20. Jhs. wurde aber jäh durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. So blieb Heiterwang ein armes Dorf – ein Ruf, den es sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg bewahrte.

Geschichte des Heiterwanger Sees
Das Kloster Stams besaß ab 1312 den See in „Ayterwankh” mit den Fischrechten, verlor ihn aber 1453 durch Herzog Sigmund an den Hof. Auch sein Nachfolger Maximilian I., der ja ein passionierter Jäger und Fischer war, dachte nicht daran, den See an das Kloster Stams zurückzugeben.
In seiner Geschichte diente der  See als Lieferant für Forellen, Saiblinge und Renken mit ausgezeichneter Qualität.
Die Besitzverhältnisse wurden erst 1768 endgültig geregelt.
Ab 1842 ging der See für drei Generationen an die Familie Singer über, die auch 1909 die Dampfschifffahrt einführte und gemeinsam mit dem EW-Reutte den Kanal verbreitern ließ.
1909 war die  Jungfernfahrt der „Sabine”, später „Heiterwang”.
In der Zwischenkriegszeit wollte eine ausländische Finanzgruppe den Heiterwanger See um 49 Meter aufstauen, um den Spitzenwert des Kraftwerkes um 400.000 PS zu erhöhen.
Dieser Plan wurde am 27. Dezember 1927 durch eine Resolution der Gemeindevertreter Heiterwangs verhindert, da dies das Ende des Ortes Heiterwang bedeutet hätte.

 

 

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