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Ehrwald

Ehrwald liegt auf 1000 m Seehöhe, rund 25 Kilometer von der Marktgemeinde Reutte entfernt. Ehrwald schmiegt sich an den Westfuß des Wettersteingebirges mit dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze (2962 m). Südlich erhebt sich die Mieminger Kette mit der Sonnenspitze (2472 m). Ehrwald gliedert sich in Ober- und Unterdorf und ist zu einer drei Kilometer langen Gemeinde zusammengewachsen. Im Westen liegt das größte Moor Tirols – „das Moos”, durch das die Loisach fließt.

Ehrwald

Gemeinde Ehrwald

Informationen: 

 

Geschichte:

Ehrwald erhielt seinen Namen aus dem althochdeutschen Wort „ero wald”, das „Anfang des Waldes” bedeutet.

Wahrscheinlich kamen die ersten Siedler über den Fernpass, da dieses unerschlossene Waldgebiet noch zum Herrschaftsbereich der Grafen von Starkenberg bei Tarrenz gehörte. Eine windgeschützte und sonnenseitig gelegene Mulde mit einer Quelle wird die ersten Siedler veranlasst haben, sich hier  niederzulassen.  Dort entstand der erste  Hof auf der „Holzleiten”, später „Trueferhof” genannt. In der Folge entstanden weitere Höfe im Westen, wie der „Hof im Holz” und der „Oarterhof”. Der Begriff „Oart” bedeutet „am Ende”. Die Siedler errichteten im 12. und 13. Jh. Einzelsiedlungen, genannt „Schwaighöfe”. Der Name „Schwaig” ist mittelhochdeutschen Ursprungs und ist abgeleitet von „swager”, was „Senner” bedeutet. Die Sennhütte war die „Swaige”. Diese Höfe waren das ganze Jahr über bewirtschaftet.

1299 wurde der Ort Ehrwald in einer Urkunde erstmals schriftlich erwähnt. In dieser Urkunde steht, dass die Herren von Starkenberg bei Tarrenz den Zehent zu „Erwalden”, das ist die jährliche Abgabe, dem Kloster Steingaden bei Füssen überließen.

Gegen Norden wurde die Besiedlung fortgesetzt. Es entstand der „Tiefeterhof”.

Als letzter Ortsteil der langen Besiedlungsperiode entstand der heutige Ortsteil „Schmiede” und hieß „Hof am Plätzle”. Die Einzelhöfe dehnten sich im weiteren Verlauf zu Weilern aus. So wuchs  Ehrwald zu einem geschlossenen Ort zusammen.

Mitte des 17. Jhs. bis um 1800 wurden neue Höfe gebaut und die Einwohnerzahl von Ehrwald stieg stark an. Zu den bereits genannten Höfen kamen „`s Hölzli”, das „Tal”, der „Zwischenbächerhof” und der „Baurenhof” hinzu. Im Jahre 1615 wurden 535 Einwohner gezählt. Das Aufkommen des  regen Pferdefuhrwerkverkehrs über den Fernpass regte neue Erwerbszweige wie Huf-, Nagel- und Wagenschmiede an. Ein besonderes Privileg war ab 1659 das Erzeugen der Fassdauben für die Saline in Hall. Mitte des 17. Jhs. wurden von den Ehrwaldern jährlich über 400.000 Stück erzeugt. Dies veranlasste wiederum weitere Menschen, sich in Ehrwald anzusiedeln. Im Jahre 1780 lebten 1000 Einwohner, 1837 bereits 1350. In den Folgejahren wurden Häuser errichtet, die teilweise auch Fremdenunterkünfte anboten. 1947 zählte man etwa 1500 Einwohner und 424 Häuser in Ehrwald. 

Zu Beginn des 20. Jhs. setzte ein neuer Wirtschaftszweig ein, der Tourismus. Es wurden in den vergangenen Jahrzehnten neue Siedlungsgebiete erschlossen. Im Südwesten „Weidach”, im Nordosten „Ebene”, weiters „Tiefetfeld” und „Au”. Das Dorf Ehrwald dehnt sich noch heute nach allen Himmelsrichtungen aus. An die althergebrachte Bauweise erinnern nur noch einzelne bäuerliche Objekte.

 

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