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Jungholz

Die Gemeindefläche beträgt 7,06 km2 und erstreckt sich über eine Höhe von 947 m bis 1636 m. Der Ort liegt 1058 m hoch und hat 297 Einwohner (seit 1951 eine Zunahme um 20 %). Die Zahl der Gebäude hat sich im selben Zeitraum von 52 auf 133 erhöht (+ 155 %). Der Ortskern wird in „Ober- und Unterhöf” unterteilt, eigene Fraktionen sind Habsbichl, Gießenschwand und Langenschwand.

Jungholz

Gemeinde Jungholz

Informationen:

 

 

 

Geschichte:

Wie Jungholz Exklave und Zollausschlussgebiet wurde

Die Besiedlung von Jungholz erfolgte im 13. und 14 Jh. von Wertach aus, das mit dem umliegenden Land zur Herrschaft Rettenberg gehörte und zum Hochstift Augsburg zählte. Gleichwohl ließen sich auch Leute aus dem Tannheimer Tal hier nieder. Im Jahre 1342 kaufte der in Jungholz ansässige und der Markgenossenschaft Tannheim zugehörige Heinz Lochpyler vom Wertacher Bürger Hermann Häselin „das Gut, geheißen das Jungholz”. Somit wurde auch altes alemannisches Recht auf Jungholz übertragen. Der sogenannte „Allgäuer Brauch” – „Der Knecht trägt seinen Herrn auf dem Buckel mit sich” – beinhaltete, dass ein Untertane, wo immer er sich auch niederließ, seinem Landesherrn verpflichtet blieb. Dadurch begründete sich die spätere Zugehörigkeit von Jungholz zu Tirol. Als nämlich das Tannheimer Tal unter die Landeshoheit Tirols gelangte, wurde auch Jungholz in diesen Gebietskauf mit einbezogen, obwohl es geografisch dem Allgäu zugewandt ist. Somit wurden die Gemeindegrenzen zu Landesgrenzen, denn Jungholz war nunmehr als Tiroler Gemeinde ringsum vom Gebiet des Hochstiftes Augsburg eingeschlossen und berührte nur noch an einem geometrischen Punkt auf dem Gipfel des Sorgschrofens die Tiroler Nachbargemeinde Schattwald. Diese exponierte Lage führte in der Folge zwischen den Augsburger Fürstbischöfen und den Tiroler Landesfürsten zu heftigen Auseinandersetzungen über die Zugehörigkeit von Jungholz und wurde erst 1844 für Tirol entschieden, als Bayern in einem Grenzvertrag die österreichische Landeshoheit über Jungholz anerkannte. 1868 wurde die Gemeinde Zollausschlussgebiet, also hinsichtlich des Warenverkehrs und der Entrichtung der Zölle wie Zollausland behandelt. Von 1938 bis 1945 war Jungholz an den Kreis Sonthofen im bayerischen „Gau Schwaben” angegliedert. Nach der „Rückkehr” zu Österreich trat der Zollanschlussvertrag wieder in Kraft, was zu einigen Kuriositäten führte: zwei Postleitzahlen, zwei Telefonvorwahlnummern (österreichisch und deutsch), österreichische Briefmarken, die man bis zur Einführung des Euro mit deutschem Geld bezahlte, in Deutschland gekaufte Autos mit österreichischen Kennzeichen und österreichische Gendarmen, die zur Amtshandlung über deutsches Gebiet müssen, um nach Jungholz zu gelangen. Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union am 1. 1. 1995 wurde das Zollausschlussgebiet Jungholz aufgelöst.

 

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