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Lechaschau

Die Gemeinde breitet sich in der Talweite von Reutte gegenüber dem Bezirkshauptort auf der linken Talseite aus. Lechaschau liegt zum größten Teil auf der linken Talsohle des ehemaligen Lechbettes. Ein geringer Teil des Ortes erstreckt sich auf den ersten Geländestufen zwischen Lechaschau und Wängle. Es sind dies einige Häuser der Ortsteile Buchenort, Moosbichl und Ruene. Ein neuer Ortsteil mit der amtlichen Bezeichnung „Jauchart” entstand um 1975 auf der zweiten Geländestufe.

Lechaschau

Gemeinde Lechaschau

Informationen:

Geschichte

Das Dorf trug bis 1888 den Namen Lech. Das heutige Lechaschau war eine der fünf Hauptgemeinden oder, wie die alte gebräuchliche Benennung hieß, der fünf „Orte” des Gerichtes Aschau, und wurde deshalb „Lecherort” genannt. Der älteste Teil der Ortsgemeinde Lechaschau ist wohl die auf einer Geländestufe über dem Lechfluss gelegene Siedlung auf dem Buchenort, die bereits im Jahre 1200 mit zwei Höfen bezeugt ist. In den Urbaren des Klosters St. Mang in Füssen aus der Zeit von etwa 1420 bis 1524 werden die 13 Höfe des Lecherortes mit ihren Abgaben an das Kloster genannt.

Durch fortwährende Teilung der Güter im Erbschaftsgang erhöhte sich im Laufe der Zeit ständig auch die Zahl der Häuser. So standen 1676 auf dem Boden des alten „Hofes am Bühel” sechs Häuser  und im Bereich des „Köpfenhofes” 19 Häuser. Durch den Bau der Lechbrücke 1458 bis 1464 und des daran anschließenden Straßenstückes kam das Dorf Lech unmittelbar in den Strom des Verkehrs zwischen Nord und Süd und erfuhr einen starken wirtschaftlichen Aufschwung.

In der Ortsmitte, vor dem heutigen Gemeindeamt, weitet sich ein schöner ebener Platz, umgeben von behäbigen Häusern, darunter das ehemalige Nauß’sche Haus und das mit Fresken geschmückte und unter Denkmalschutz stehende ehemalige Frick’sche Bräuhaus und Weinwirtshaus, mit dem auch eine Färberei verbunden war. Ende des 18. Jhs. sank der wirtschaftliche Hochstand des Dorfes merklich ab, denn mit der Überbrückung des Lech bei Unterletzen im Jahre 1786 ging der Verkehr nach Schwaben nunmehr unmittelbar von Reutte nordwärts.

Die heutige Gemeinde Lechaschau bildete zusammen mit Wängle, Höfen, Weißenbach und Vorderhornbach im Mittelalter und noch im 16. Jh. einen geschlossenen Verwaltungs-, Wirtschafts- und Seelsorgsverband. Das „Niedergericht Aschau” war im Eigentum des Stiftes St. Mang in Füssen seit dessen Gründung. Gerichtsort war Lech (Lechaschau), Pfarrort Wängle. Das Kloster Füssen hatte als Grundherr nur die „niedere Gerichtsbarkeit” inne. Die „hohe” oder Blutgerichtsbarkeit blieb den Vögten vorbehalten. In frühester Zeit waren die Welfenherzöge die Vögte. 1191 kam die Vogtei Aschau im Erbweg an die Hohenstaufen, die Herzöge von Schwaben und den deutschen Kaiser. Kraft dieser Stellung bestätigte Kaiser Friedrich II. 1218 dem Stift St. Mang die grundherrschaftlichen Rechte im Gericht Aschau. Vom letzten Hohenstaufen Konradin ging 1266 die Vogtei und Grafengewalt auf seinen Stiefvater Graf Meinhard II. von Tirol über und  war eng mit Tirol verbunden. 1461 erließ Abt Johann Heß von Füssen ein Bauding, eine Ordnung der Rechte und Pflichten der zinspflichtigen Bauern gegenüber ihrem Grundherrn. Im folgenden Jahr verfügte Herzog Sigmund, dass die Leute in der Aschau mit Heiraten, Käufen und Erbschaften rechtlich den übrigen, offensichtlich freieren Bewohnern Tirols gleichgestellt sein sollten. Für 13.000 Gulden verkaufte das Stift St. Mang das Gericht Aschau 1609 dem o.ö. Kammerrat Wolfgang Schmied zu Wellenstein und dessen Schwager Burkhart Laymann von Liebenau, Viertelhauptmann und Pfleger der Herrschaft und Feste Ernberg. Diese veräußerten es im folgenden Jahr an Erzherzog Maximilian III., den Deutschmeister, wo-mit die Aschau endgültig mit Tirol vereinigt wurde. Die aus dem Jahr 1561 überlieferten Rechtsverhältnisse der Alp- und Weidenutzung zeigen die fünf Orte noch in einem geschlossenen Wirtschaftsverband, für den auch die Bezeichnung „Fünförtliche Pfarrgemeinde” gebraucht und in die Gegenwart überliefert wurde. 1608 wurde der Wald auf die fünf Orte zum Teil aufgeteilt. Damit bahnte sich der Zerfall der Großgemeinde an. Zuerst schieden aus dem Verband  als selbstständige Gemeinden Vorderhornbach und Weißenbach aus. Nach deren Ausscheiden hieß der verbleibende Gemeinde- und Seelsorgeverband die „Dreiörtliche Pfarrgemeinde” (Lech, Wängle, Höfen), die heute noch (kirchlich seit 1967 nicht mehr vollständig) für einige Bereiche wie Wald und Weide mit Sitz in Wängle besteht. 1811 wird diese dreiörtliche Pfarrgemeinde als eigener Steuerdistrikt bezeichnet. Die bayerische Regierung löste 1806 das Gericht Aschau auf und vereinigte es mit dem Gericht Reutte. Das Gemeindewappen ist das alte Amtssiegel des ehemaligen Gerichtes Aschau aus dem 15. Jh. und erinnert an den Gerichtssitz.

 

 

 

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