Sektionen
Sie sind hier: Startseite .:. Bezirk Reutte .:. Bezirk Reutte .:. Reutte Umgebung .:. Höfen

Höfen

Höfen liegt auf 869 m Seehöhe rund vier km südwestlich von Reutte auf der linken Lechseite am Fuße des Hahnenkamms. Der Ort erstreckt sich entlang der alten Bundesstraße mit den Ortsteilen Graben, Platten, Unter- und Oberhornberg sowie dem Ortskern Unter- und Oberhöf.

Höfen

Gemeinde Höfen

Informationen:

Geschichte

Der Name Höfen erklärt sich durch die alemannische Verwendung des Wortes Hof, was so viel wie Weide- und Rastplatz des Viehes bedeutet. Die Gemeinde Höfen entwickelte sich aus der ehemaligen Großgemeinde Aschau, die bis 1608 ein geschlossener Pfarr-, Gerichts- und Wirtschaftsverband war. Zu dieser Gemeinde, man nannte sie meistens „Fünförtliche Pfarrgemeinde”, gehörten die Orte Lech = Lechaschau, Wängle, Höfen, Weißenbach und Vorderhornbach bzw. „Dreiörtliche Pfarrgemeinde” mit den Orten Lechaschau, Wängle und Höfen. Diese einstige Zusammengehörigkeit lebt heute noch teilweise in wirtschaftlichen und kirchlichen Bereichen weiter. Sie bildeten das Niedergericht Aschau und unterstanden dem Stift St. Mang in Füssen. Die Bewohner galten als Eigenleute des Stiftes und standen seit Meinhard II. in enger Verbindung zu Tirol. Herzog Sigmund verlieh 1461 den Aschauern die gleichen Freiheitsrechte wie sie im übrigen Tirol üblich waren. Mit dem Jahre 1610 - Erzherzog Maximilian III., der Deutschmeister, erwarb käuflich die Grundherrschaft - begann die Auflösung der Großgemeinde durch die Aufteilung der Wälder und Weiden auf die einzelnen Orte. Der Name Höfen scheint deshalb urkundlich spät auf. Herzog Friedrich, genannt Friedl mit der leeren Tasche, ließ im Zuge der inneren Festigung des Landes Tirol im Jahre 1427 sogenannte Feuerstätten- und Untertanenverzeichnisse anlegen als Grundlage für die Steuereinhebung und das Wehraufgebot. Da scheint auch ein Höfer auf.

Im Gemeindegebiet von Höfen waren zwölf Höfe dem Stift Füssen abgabepflichtig. Die bedeutendsten waren der Oberhof, der Unterhof und der Schollenhof, dessen Existenz im Flurnamen Schollenwiesen (beim Skilift) weiterlebt. Sicher aber stand auf der Platten einer der ältesten Höfe, denn zwischen Platten und Ehenbichl war der alte Lechübergang, eine Furt, die man durchwaten musste. Schon die Römer sollen den Lech an dieser Stelle durchquert haben. Als Sigmund der Münzreiche 1464 die erste Lechbrücke in Aschau errichten ließ, geriet die Furt auf der Platten bald in Vergessenheit. 1976 wurde in der Nähe dieses alten Flussüberganges ein Steg für Fußgänger über den Lech eröffnet.

Neben der Landwirtschaft trugen auch die Rod (Transport von Waren wie Salz und Kalk) und das Flößen auf dem Lech zur Lebensgrundlage der Höfer bei. Der rege Frachtverkehr auf der alten Handelsstraße erforderte die Haltung von Zugtieren. Die Einnahmen für Vorspannleistungen und die der Fuhrwerksbesitzer, man nannte sie Rodleute, waren ansehnlich. Daneben gab es Wagner, Huf- und Wagenschmiede. Eine wichtige Einnahmequelle waren der Transport und der Verkauf von Holz, aber auch Ziegel- und besonders Kalkbrennen brachten Wohlstand in die Gemeinde.

Von der bekannten Plattenmühle erzählen nur noch Sagen. Der Müller Georg Nigg bekam während des Dreißigjährigen Krieges die Mühle verliehen und wurde 1638 zum Gewalthaber (heute Bürgermeister) von Höfen bestellt. Am 13. Jänner 1642 erhielt Georg Nigg vom Pfleger zu Ehrenberg die Berechtigung zum Betrieb einer Haarstampfe auf der Platten. Aus diesem Kleinstbetrieb gingen später die Reuttener Textilwerke hervor, die 1825 von Höfen nach Reutte verlegt wurden.

Im Mittelpunkt der Berufe standen später die Maurer und Stuckateure, die jährlich im Frühjahr nach München, aber auch ins Rheinland zogen und als Bauhandwerker sehr gesucht waren. Noch vor dem Ersten Weltkrieg arbeiteten 70 bis 80 Maurer aus Höfen in Deutschland. Aber auch in Höfen blieb vielen 10- bis 14jährigen Buben und Mädchen das Los der Schwabenkinder nicht erspart.

Nach der Lechverbauung vom Gächtle bis zur Platten wurden 1927 die Lechauen auf die Bauern aufgeteilt, 40 ha Grund, der dem Lech abgerungen wurde. Im unteren unkultivierten Teil der Lechauen entstand der einzige Flugplatz des Bezirkes. Nach der Rodung zuerst nur für Segelflugzeuge bestimmt, wurde der Flugplatz am 17. Juni 1956 eingeweiht. Nach einer Erweiterung ist die Piste auch für Motorflugzeuge bis 2,8 Tonnen geeignet (1964).

Ein weiterer historischer Akt war die Gründung der Reuttener Bergbahn AG im Mai 1956 zur Errichtung einer Kabinenseilbahn von Höfen auf den Hahnenkamm, die 1957 bereits den Betrieb aufnahm. 1977 wurde der Alpenblumengarten eröffnet. 1984 wurde als weitere Aufstiegshilfe ein Sessellift erbaut. Zur Sicherung der Schneelage ging 1995 die Beschneiungsanlage in Betrieb, und 2002 wurde eine Vierersesselbahn am Hahnenkamm erbaut. Im Winter 2010/11 wird eine Achtergondelumlaufbahn auf den Hahnenkamm in Betrieb genommen.

 

 

 

Artikelaktionen