Weißenbach
Weißenbach liegt auf einer Seehöhe von 887 m acht km südwestlich vom Bezirkshauptort Reutte am Beginn des Lechtales und der Abzweigung in das Tannheimer Tal. Der Ort erstreckt sich auf einer Länge von zwei Kilometern und umfasst eine Gesamtfläche von 81,85 km2. Den dazugehörigen Weiler Gaicht erreicht man gegen Ende des Gaichtpasses am Beginn des Tannheimer Tales. Gaicht gehört schulisch und kirchlich zur Gemeinde Nesselwängle.
Informationen:
| Einwohner | 1384 |
| Bügermeister | Hans Dreier |
| Telefon | 05678-5210 |
| amtsleiter@weissenbach.tirol.gv.at |
Geschichte
Erstmals wird Weißenbach in einem Einkünfteverzeichnis des Klosters St. Mang in Füssen aus dem Jahr 1200 als „zim Wizibach zi Rutin” urkundlich erwähnt. 1948 entdeckte man bei Grabungsarbeiten im Oberhof – dem wahrscheinlich ältesten Ortsteil von Weißenbach - ein spätrömisches Grab aus dem 3.– 4. Jh. mit einem gut erhaltenen Skelett und einigen Grabbei-gaben. Das führte zu der Vermutung, dass hier eine spätrömische Siedlung stand. Es wurden jedoch keine weiteren Funde gemacht. Im Jahr 1461 zählte man in einem Abgabenverzeichnis zwölf Höfe. Deren Namen sind heute in den Straßenbezeichnungen zu finden. Im 16. Jh. blühte vor allem der Salztransport über den Gaichtpass von Tirol ins benachbarte Allgäu bis nach Bregenz und in die Schweiz. Im Salzstadel von Weißenbach (1612) wurde das Salz abgeladen und von einheimischen Fuhrleuten über den steilen Pass befördert. Daneben verdienten auch Handwerker wie Schmiede und Wagner sowie die Gastwirte am Salztransport mit. 1632 wurde am Gaichtpass eine Befestigungsanlage als Vorwerk der Festung Ehrenberg und gleichzeitig als Zollklause errichtet. Als im Jahr 1824 die Arlbergstraße ausgebaut war, kam es zu einem wirtschaftlichen Rückschlag, da dadurch ein kürzerer und auch billigerer Weg in den Bodenseeraum zur Verfügung stand.
Weißenbach gehörte bis ins frühe 19. Jh. zur so genannten „fünförtlichen Gemeinde”. Damit meinte man das Gericht und die Pfarre Aschau (heute Lechaschau), zu der das Gebiet links des Lech von Oberletzen bis einschließlich Vorderhornbach gehörte. Noch heute sind damit verschiedene Holzrechte verbunden.

