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Ehenbichl

Ehenbichl ist ein langgezogenes Straßendorf und liegt auf 864 m Seehöhe im Reuttener Talkessel südwestlich von Reutte, zwischen dem Lech und dem Schlossberg mit der Ruine Ehrenberg. Etwa vier Kilometer weiter lechaufwärts befindet sich die Fraktion Rieden.

Ehenbichl

Gemeinde Ehenbichl

Informationen:

Geschichte

Bei der Erklärung des Ortsnamens (mundartliche Bezeichnung „Eachebichl”; 1404 Ehenbühel, 1493 Echenbichl) gehen die Meinungen weit auseinander. Es scheint glaubwürdig, dass der Ortsname, der in verschiedenen Urkunden auch „Ehrenbüchl” und „Ehrnbichl” geschrieben wird, mit dem Namen der Festung „Ehrenberg” zusammenhängt. Im „Tiroler Bote, 1861” vertritt Josef Wolf die Ansicht, dass „eche” oder „echen” romanisch oder sogar vorromanisch sei. Nach Schneller (Roman. Mundarten S. 105) bezeichnet das churwälsche „accla” und das friaulische „eche” ein „umzäuntes Gut mit Stallungen”, ähnlich dem deutschen Begriff „Hecke”. Nach einer anderen Auslegung wäre der Ortsname als „Bichl des Öhen” zu deuten, wobei „Öhin” oder „Öhe” auf einen alten Familiennamen aus dem Schwäbischen hinweisen könnte.

Sicherlich spielte die verkehrsgeographische Lage – am Fuße des Schlossberges mit der Feste Ehrenberg und am Lechübergang – für die Entstehung des Ortes eine große Rolle. Bis zum Bau der Lechbrücke zwischen Reutte und Lechaschau im Jahre 1464 war nämlich bei Ehenbichl der weitum einzige, wichtigste und günstigste Überfuhrplatz. Daran erinnert auch ein Fassadenfresko aus der zweiten Hälfte des 15. Jhs. am Haus Unterried 18, das die beiden Heiligen Christophorus und Sebastian an einem Wasser (Lech) und darüber den österreichischen Bindenschild darstellt.

Ursprünglich war Ehenbichl eine Siedlung der Pfarre Breitenwang und später der Anwaltschaft Reutte. Im Jahre 1833 wurde Ehenbichl selbstständige politische Gemeinde.

Am 4. Jänner 1572 erschütterte ein heftiges Erdbeben die Gegend, sodass die Bewohner auf die Felder fliehen mussten. In den Jahren 1611, 1619 und 1635 wütete besonders stark die Pest. Verheerend war die Seuche in den Monaten August und September 1635.

Etwa ein Kilometer in östlicher Richtung liegt die Katzenmühle, deren Gebäude heute renoviert, aber nicht mehr als Mühle erkennbar ist. Seit Generationen ist die ehemalige Walzmühle an der „alten Straße” im Besitz der Familie Huter.

An der Klause Ehrenberg stand damals (1542 und 1543) auch ein Wirtshaus und unterhalb derselben, wo sich heute die Katzenmühle befindet, wurden eine Mahlmühle, eine Schmitte und Säge, sowie eine Bleimühle (zum Abrunden der Bleikugeln) errichtet.

Im Atlas Tyrolensis von Peter Anich (1723 – 1766) ist die Fraktion Rieden noch als „Hinterhornberg” südwestlich von „Ehrnbühel” zu finden.

Als 1786 unter Josef II. die Pfarre Weißenbach selbstständig wurde, erhielt sie von der Pfarre Breitenwang die Ortschaft Rieden zugeteilt. Auch schulisch gehört der Ort zur Nachbargemeinde Weißenbach. Lange Zeit war Rieden ein wichtiger Lendeplatz für das auf dem Lech geflößte Holz. Der Hausname „Lendhaus” erinnert heute noch daran. Mit Fuhrwerken wurden die Holzstämme von hier aus durch den Klausenwald und weiter über den Fernpass zur Saline nach Hall transportiert. Um 1900 kauften die Brüder Oldenbourg (deutsche Adelsfamilie, Jagdpächter) Bauernhäuser und errichteten an deren Stelle Herrschaftshäuser, die heute noch den Ortskern prägen. Seit den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts entsteht in der Au eine neue Siedlung.

Der idyllische Riedener See mit seinen Kalkquellmoorflächen ist ein einzigartiger Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten und Sommer wie Winter ein beliebtes Ausflugsziel.

 

 

 

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