Vils
Vils liegt auf 826 m Seehöhe auf einem Schwemmkegel des Lehbachs. Im Norden bildet die Voralpenkette vom Falkenstein bis zum Lechdurchbruch die Grenze zu Deutschland, im Süden sind es die Vilser und Tannheimer Berge. Im Westen bildet der Ortsteil Schönbichl die Grenze zu Pfronten. Im Osten sind es die Ulrichsbrücke und der Weiler Stegen, die an der Grenze zu Pinswang und Musau liegen.
Informationen:
| Einwohner | 1541 |
| Bügermeister | Günter Keller |
| Telefon | 05677-82040 |
| gemeinde@vils.tirol.gv.at |
Geschichte
Kleine Stadt mit großer Geschichte.
„Die Geschichte der Stadt Vils ist für den Historiker ungemein reizvoll, da sie sehr viele Sonderentwicklungen aufzuweisen hat.” (Dr. Rudolf Palme in den AN, 16. 08. 1969).
Das Gebiet von Vils wurde im 5. Jh. n. Chr. von den Alemannen oder Schwaben besiedelt. Heute noch hat die Vilser Mundart schwäbisches Gepräge. Im 13. Jh. erhielten die Herren von Hohenegg, welche einem bedeutenden schwäbischen Adelsgeschlecht angehörten, die Herrschaft Vils als Lehen vom Reichsstift Kempten. Die Burg Vilsegg war Mittelpunkt der Herrschaft Vils.
1263 und 1265 werden Herren von Vilsegg als hoheneggische Ministerialen erwähnt. Peter von Hohenegg erreichte 1327 von König Ludwig dem Bayern die Stadterhebung von Vils. Den Stadtherren standen besondere, teils einträgliche Rechte zu: Zoll und Geleite, Blutbann oder die hohe Gerichtsbarkeit und das Freiungs- oder Asylrecht, das in Vils nicht wie sonst üblich auf ein Gebäude beschränkt war, sondern im ganzen Stadtgebiet galt.
Vils war eine so genannte Patrimonialstadt, d. h. eine Eigenstadt der Herren von Hohenegg. Diesen gehörte nicht nur Grund und Boden, auch die Einwohner von Vils waren deren Leibeigene. In Vils wurde demnach die Stadtherrschaft nicht wie sonst üblich von weltlichen oder geistlichen Landesherren ausgeübt, sondern von dem Adelsgeschlecht der Hohenegger.
Im Jahre 1408 übernahm Herzog Friedrich IV. von Österreich-Tirol (Friedl mit der leeren Tasche) das Lehen Vilsegg vom Stift Kempten, belehnte aber weiterhin die Herren von Hohenegg mit der Herrschaft Vils. Nach dem Tod des letzten Hoheneggers im Jahr 1671 kam Vils zu Österreich, nicht aber zu Tirol.
Nach dem verlorenen Krieg gegen Napoleon musste Österreich 1805 Tirol, seine schwäbischen Besitzungen und auch Vils an Bayern abtreten. Erst im Jahr 1816 kam die Stadt Vils durch Beschluss beim Wiener Kongress im Tausch mit der Stadt Marktredwitz wieder zu Österreich. Im selben Jahr erfolgte die Vereinigung mit Tirol. Heute verbindet Vils mit der Stadt Marktredwitz eine Städtepartnerschaft. Als Zeichen der Freundschaft zwischen den beiden Städten gibt es in Vils einen „Marktredwitzer Platz” mit einem von Norbert Roth entworfenen Brunnen.
Wirtschaftliche Entwicklung:
Vils lag an einem bedeutenden Verkehrsweg, Vor allem Salz wurde von Hall über den Fernpass, Reutte, Vils, Kempten nach Schwaben transportiert. Handel und Gewerbe, vor allem das Gastgewerbe, erlebten eine Blütezeit.
Mitte des 16. Jhs. verlagerte sich ein Großteil des Warenverkehrs auf die neu erbaute Straße durch das Tannheimer Tal, was sich für Vils wirtschaftlich nachteilig auswirkte und letztlich mit ein Grund war, dass sich Vils nicht so wie ursprünglich erwartet, entwickelte.
Von etwa 1600 bis in das 19. Jh. wurde in Vils gewerblicher Geigenbau betrieben, vorrangig von den Familien Petz und Rief, aber auch Namen wie Wörle und Eberle werden erwähnt.
Bauweise der Stadt:
Die ohne Zwischenraum aneinander gebauten Häuser in der Stadtgasse und in der Hintergasse sind typisch für die Bauweise der mittelalterlichen Städte. Die Stadt Vils war zu ihrem Schutz mit Mauer und Graben umgeben. An zwei Stellen befanden sich Tore, beim Eintritt in die Stadt, vom Fernpass kommend, das „obere Tor” und beim Verlassen der Stadt in Richtung Kempten das „untere Tor”. Die Straße führte damals ab Musau westlich vom Ranzen nach Vils und von oben in die Stadtgasse. Die Häuser oberhalb des einen und unterhalb des anderen Tores bildeten die Vorstädte „Obertor” und „Untertor”. Bei jedem der beiden Tore stand ein der Herrschaft gehörendes Amtshaus.
Historische Bauten:
Ruine Vilsegg, um 1220/30 erbaut, bis ca. 1540 Wohnsitz der Herren von Hohenegg. Der besonders schön gemauerte Bergfried wurde von 1983 bis 1993 saniert. Hammerschmiede in St. Anna, diente den Herren von Hohenegg als Waffenschmiede.
Schlössle, ehemaliges Amtshaus der Herren von Hohenegg beim oberen Stadttor. Heute befindet sich im Schlössle das Museum der Stadt Vils.

