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Pfafflar

Die Gemeinde Pfafflar besteht aus den Ortschaften Bschlabs und Boden. Bschlabs, 30 km von Reutte entfernt, umfasst die Weiler Aschlen, Sack, Windegg, Mitterhof, Taschach, Egg und Zwieslen. Zu Boden gehören die Weiler Brandegg, Unterhaus, Pfafflar und Ebele. Seehöhen: Bschlabs Kirche 1314 m, Egg 1420 m, Boden Kirche 1357 m, Pfafflar 1600 m. Die Siedlungsräume liegen auf der rechten Talseite des Bschlaber Tales auf den südlich bis westlich ausgerichteten Berghängen.

Pfafflar

Gemeinde Pfafflar

Informationen:

Geschichte

Die ersten Siedler in unserem Tal  kamen mit ihrem Vieh über das Hahntennjoch und haben sich um ca. 1280 in Pfafflar und Bschlabs ganzjährig niedergelassen. Die starke Bevölkerungszunahme im 13. Jh. führte auch hier dazu, dass ursprünglich nur im Sommer besiedelte Almen winterfest gemacht wurden. Erstmals urkundlich erwähnt werden 1284 vier Schwaighöfe hinter der Maldon. Die Namen Bschlabs und Pfafflar sind rätoromanischen Ursprungs. Bschlabs: Bislafes (1284) und Pislaves (1300) wird von „pos l´ aves” abgeleitet, was „hinter den Wassern” bedeutet (Zusammenfluss von Streimbach und Plötzigbach).

Pfafflar: Pavelaers (1284), wird von „pabulariu” abgeleitet, was Futterstadel bedeutet. Die Bewohner haben Wiesen, Weiden und Ackerland kultiviert, um mit Viehzucht (Rinder, Schafe und Ziegen) und Ackerbau (Kartoffeln, Getreide, Bohnen und Flachs) möglichst autark von der Außenwelt zu sein. In einem harten Überlebenskampf haben die Bewohner auch klimatisch äußerst ungünstige Jahrhunderte überlebt. Auf Bergwiesen, die bis auf einer Höhe von 2300 bis 2450 m liegen, wurde Heu geerntet, um das Vieh durch den langen Winter zu bringen. Keine Aufzeichnungen und wenige mündliche Überlieferungen gibt es über den Bergbau, der oberhalb von Boden am Fuße des Rotkopfes betrieben wurde. Abgebaut wurden Galmei (Zinkerz) und Blei. Um 1840 wurde der Einwohnerhöchststand mit mehr als 320 Einwohnern erreicht, die sich größtenteils aus dem Ertrag der kargen Landwirtschaft ernähren mussten.  1894 wurde Pfafflar als Dauersiedlung aufgelassen. Die Bauern übersiedelten im Winter in das um 250 m tiefer gelegene Boden. Pfafflar wurde dann als Sommersiedlung genutzt, wo die Bauern vom Frühjahr bis zum Spätherbst blieben, um das vor Ort gewonnene Heu aufzufüttern und den Dünger an Ort und Stelle zu haben. Im Jahre 2002 ist zum letzten Mal eine Bauernfamilie aus Boden im Herbst für ein paar Wochen nach Pfafflar gezogen, um dort nach dem Ende des Almsommers das Vieh nach alter Tradi-tion zu versorgen. 1930 war Baubeginn für den Güterweg von Elmen nach Bschlabs und 1935 von Boden Richtung Bschlabs. Bis Bschlabs konnte das erste Auto 1937 und bis Boden 1947 fahren. 1938 wurde die Gemeinde Pfafflar dem Bezirk Reutte zugeordnet, zuvor gehörte sie dem Bezirk Imst an.  Mit Strom aus dem Lechtal wurde die Gemeinde in den Jahren 1954 (Bschlabs), 1955 (Boden) und 1956 (Pfafflar) erschlossen. 1960 wurde begonnen, mit aufwändigen Lawinenschutzverbauungen (Stahlschneebrücken, Aufforstungen, Lawinengalerien und Untertunnelungen) Siedlungsraum und Zufahrtsstraße vor den zahlreichen Lawinen zu schützen. Die Gemeinde Pfafflar hatte vor den  Lawinenverbauungsmaßnahmen die lawinengefährdetste Zufahrtsstraße von allen Gemeinden in Österreich (z. B. 80 Sperrtage im Winter 1981/82) und vermutlich auch dadurch von 1981 bis 1991 den höchsten Bevölkerungsrückgang von allen Gemeinden in Österreich.


Mit der Eröffnung der Hahntennjochstraße im Jahre 1969 wurde der seit Jahrhunderten bedeutende Übergang vom Lechtal ins Inntal während der Sommermonate dem Verkehr erschlossen. Diese Straße entwickelte sich sehr rasch zu einer bekannten  Ausflugsstraße, die vor allem bei Motorradfahrern sehr beliebt ist.  Die zahlreichen und teilweise stark lärmenden Motorradfahrer bringen an schönen Sommertagen Belästigung und Gefahr für Einheimische und Gäste.

 

 

 

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