Holzgau
Holzgau ist ca. 45 km von Reutte entfernt und liegt auf 1103 m auf dem Schuttkegel des Höhenbaches. Der Ort wird im Süden von der „Grießtaler Spitze”, im Norden von der südlich des „Rothorns” liegenden „Jöchlspitze”, im Osten durch den „Vorderen” und den „Hinteren Sonnenkogel” und im Westen durch den „Muttekopf” begrenzt. Der geschlossene Siedlungsraum von Holzgau besteht aus fünf Ortsteilen: Langen, Spielstuben, Höhenbach, Ober- und Unterholzgau.
Informationen:
| Einwohner | 443 |
| Bügermeister | Günter Blaas |
| Telefon | 05633-5283 |
| gemeinde@holzgau.tirol.gv.at |
Geschichte
Der Name „Holzgau“ scheint erstmals in einer Urkunde vom 21. September 1488 auf, durch die eine Pfründe für die Pfarre St. Nikolaus in Elbigenalp, u. a. aus den Gütern des „Fridlin Wildanger zu der Holzgew” (TLA, Urkunden I,259), gestiftet wurde.
Im 11. Jh. dürfte das obere Lechtal zwar häufig begangen, jedoch nur dünn besiedelt gewesen sein. Nach neuen Weideflächen suchend, haben sich die ersten alemannischen Siedler aus dem Allgäu über das „Trettachtal”, das „Mädelejoch” und das „Höhenbachtal” vorgearbeitet. Die frühesten Holzgauer Siedlungen, „Holzge” (Gemeindegebiet Bach), „Schiggen” und „Gföll”, entstanden auf den sonnseitigen Hochflächen, etwa 200 m über der Talniederung. Erst später, als die bairischen Siedler, vom Inntal herkommend, in den Seitentälern nicht mehr ausreichend Platz fanden, wanderten sie ins Haupttal ab. Daher weist auch heute noch der Lechtaler Dialekt im Vergleich mit der Inntaler Mundart viele alemannische Elemente auf.
Die ursprüngliche Lechtaler Großgemeinde wurde wegen der leichteren Verwaltbarkeit im 15. Jh. anhand der Pfarrgrenzen zwischen Elbigenalp und Holzgau getrennt, etwas später gedrittelt, wobei Holzgau der Sitz des Anwaltes des „Oberen Drittels” war. Zu Beginn des 16. Jhs. wurden diese Drittel nochmals geteilt, sodass sechs Verwaltungssprengel entstanden, die aber weiterhin als „Drittel” bezeichnet wurden. Besonders erwähnenswert ist, dass die Ortschaften Spielmannsau und Traufberg südlich von Oberstdorf damals nach Holzgau steuerpflichtig waren.
Schon im 17. Jh. erfolgte in Holzgau eine rege Bautätigkeit. Durch die aufgrund ihrer Handelstätigkeit im Ausland zum Teil immens reich gewordenen Holzgauer entstanden um 1800 durch Neubau oder Umbau die stattlichen, mit qualitativ hochwertigen Fassadenmalereien geschmückten Häuser, für die Holzgau auch heute noch bekannt ist.

