Namlos
Namlos liegt auf 1263 m Seehöhe im Namloser Tal, einem rechten Seitental des Lechtales. Die Häusergruppe Kelmen, die zur Gemeinde Namlos gehört, befindet sich auf 1365 m an der Wasserscheide zwischen Namloser Tal und Rotlechtal. Die Berge, welche sich in der unmittelbaren Umgebung von Namlos erklimmen lassen, sind die Knittelkarspitze (2378 m) im Norden, die Wetterspitze (2551 m) sowie der Namloser Arsch (1947 m) im Süden und die Engelspitze (2292 m) im Osten.
Informationen:
| Einwohner | 95 |
| Bügermeister | Walter Zobl |
| Telefon | 05674-8418 |
| gemeinde@namlos.tirol.gv.at |
Geschichte
Wer behauptet, dass Namlos so heißt, weil es lange keinen Namen hatte, also namenlos war, der irrt! Es gibt im Wesentlichen zwei Theorien, wie der heutige Ortsname entstanden ist.
Die erste Möglichkeit stützt sich auf Begriffe, die der rätoromanischen Sprache angehören. So ist beispielsweise das Wort „Ambla” die rätoromanische Bezeichnung für „Weißtanne”. Denkbar wäre auch, dass sich Namlos vom Wort „Ampoles” ableitet, was bei den Räto-romanen so viel wie „Himbeerplatz” bedeutet. Auch das schwäbische Wort „Aomlos” (= Talschlucht, in welcher Spätheu gewonnen wird) könnte als Namensgeber in Frage kommen.
Die zweite Theorie stützt sich jedoch auf Erkenntnisse, die mit der Besiedelungsgeschichte zu tun haben. In Namlos und Kelmen begann alles mit einem Schwaighof von Siedlern aus dem Raum Imst. 1286 wird erstmals die Bezeichnung Schwaighof „ze Namels” urkundlich erwähnt. Der Bewohner des Hofes soll „Amel” geheißen haben. Dieser Name stammt vom gotischen Wort „amals” ab und bedeutet „tapfer, tüchtig”.
Kelmen, dessen mundartliche Bezeichnung „Kchaalme” lautet, taucht als Name wesentlich später als Namlos auf, was allerdings nicht besagen will, dass es später entstanden ist. Es ist 1532 als Kelben, 1629 als Kolbenhof und 1631 als Kalbmen nachgewiesen. Hergeleitet wird der Name vom Mittelhochdeutschen „din kälwe”, „die kahle Stelle”, die durch intensive Rodungsarbeit der ersten Siedler entstanden ist.
Namlos und Kelmen waren einst Almgebiete der Großgemeinde Imst und mussten auch dorthin den Zins abliefern. Namlos kam spätestens 1427 unter die Anwaltschaft und Pfarre Berwang und mit dieser schließlich zum Gericht Ehrenberg.
Nach dem „Gemeindegesetz” wurde Namlos im Jahre 1817 der Gemeinde Berwang eingegliedert. Doch der Wille zur Selbstständigkeit war größer: 1949 wurde Namlos mit der Fraktion Kelmen zur jüngsten politischen Gemeinde des Außerferns erhoben.

