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14.05.2018 Gut aufgestellt und trotzdem an letzter Stelle

Der Verein Regionalentwicklung Außerfern zieht Bilanz. Sorgen bereitet das kürzlich präsentierte Zukunftsranking der österreichischen Bezirke.

14.05.2018 Gut aufgestellt und trotzdem an letzter Stelle

(v.l.) Alexander Trs (Raiffeisenbank Reutte), Sigrid Hilger (Land Tirol) und Bgm. Alois Oberer gratulieren Christian Frick zur Ehrenmitgliedschaft im Verein REA (Foto REA)

REUTTE. Kürzlich lud Obmann Alois Oberer die Mitglieder der Regionalentwicklung Außerfern (REA) zur Jahreshauptversammlung in die Bezirkskammer Reutte der AK Tirol. Er konnte dabei eine stolze Bilanz präsentieren. Seit Beginn der aktuellen Programmperiode Mitte 2015 stehen 117 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund € 40 Mio. zu Buche. Insgesamt € 11 Mio. an Förderungen von Land, Bund und EU fließen in den Bezirk Reutte. „Es läuft rund“, waren sich die Mitglieder einig. Die Region entwickelt sich gut, hat österreichweit die niedrigste Arbeitslosenquote und eine hohe Lebensqualität. Die Arbeit von REA ist hierbei ein wichtiges Puzzle-Teilchen. Das von der FA Pöchhacker Innovation Consulting kürzlich präsentierte Zukunftsranking der österreichischen Bezirke passt hier allerdings so gar nicht ins Bild. Unter den insgesamt 95 Bezirken liegt das Außerfern dabei in Tirol an letzter und bundesweit an 77. Stelle. Den Bezirk Reutte nach unten ziehen eine geringere Frauenerwerbsquote, ein niedriger Akademikeranteil an den Beschäftigten und das schwächere Bevölkerungswachstum bei uns im Außerfern. Für REA-Obmann Alois Oberer besteht die Herausforderung darin, die wirtschaftliche und die demografische Entwicklung in Einklang zu bringen. „Die Betriebe klagen längst über einen eklatanten Fachkräftemangel. Gleichzeitig gilt das Außerfern nicht unbedingt als Sehnsuchtsregion qualifizierter Arbeitskräfte südlich des Fernpasses. Daran wird auch ein Scheiteltunnel nichts ändern“, ist Oberer überzeugt. REA-Geschäftsführer Günter Salchner verweist auf Anstrengungen der Nachbarregion Allgäu im Bereich Fachkräftemarketing. Dort gibt es einen eigenen Ableger der Initiative „Great Place to Work“. Jedes Jahr werden hier die besten Arbeitgeber im Allgäu prämiert. Bei den Unternehmen über 50 Mitarbeitern sind dies 2018 die myonic GmbH in Leutkirch, die Endress + Hauser Wetzer GmbH und Co. KG in Nesselwang sowie die St. Vinzenz-Klinik in Pfronten. „Ähnliche Initiativen wären auch bei uns anzudenken“, ist Salchner überzeugt. Einen weiteren Hebel sieht er in einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um mehr Frauen für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. In Zusammenarbeit mit der AK Tirol und dem AMS Reutte führte REA letztes Jahr eine große Befragung zum Thema Kinderbetreuung durch, deren Ergebnisse am 14. Mai präsentiert wurden. Neben den Ergebnissen des Zukunftsranking standen auch Änderungen im REA-Vorstand auf der Tagesordnung. Die frühere Landtagsabgeordnete Maria Zwölfer zieht sich aus diesem Gremium zurück. Neu im Vorstand sind Natalie Klotz für den TVB Naturparkregion Reutte, Christian Angerer für die Bezirkslandwirtschaftskammer und Alexander Trs für die Raiffeisenbank Reutte. Trs löst auch Christian Frick als Kassier ab. Frick hatte 11 Jahre diese Funktion inne. Für seine langjährige Tätigkeit für den Verein REA und seine Verdienste rund um die regionale Entwicklung im Bezirk Reutte wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Frick schied im Frühjahr aus der Raiffeisenbank Reutte aus und arbeitet nun als Managementberater für kleine und mittlere Unternehmen rund um die Themen Betriebsgründung, Unternehmensentwicklung und Finanzierung.

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