09.09.2011 Aufatmen, wenn auch nur für einen Tag
Am 22.09. gehört das Zentrum von Reutte wieder den Fußgängern und Radfahrern. 80 Tiroler Gemeinden und Städte beteiligen sich dieses Jahr an der europaweiten Klimaschutzinitiative „Autofreier Tag“
Nach einer fulminanten Premiere im Jahr 2010 kann sich auch dieses Jahr die Reuttener Bevölkerung zumindest an einem Tag von der enormen Verkehrsbelastung erholen. Am 22.09. bleiben der Ober- und Untermarkt, die Lindenstraße bis zur Kreuzung Untergsteig und die Mühlerstraße bis zum Kreisverkehr am Hypo-Gebäude von 15.00 Uhr bis 22.00 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Das Umleitungskonzept ist auf der Website www.reutte.at abrufbar. Die Bevölkerung ist an diesem Tag eingeladen, den autofreien Raum zurückzuerobern und zu prüfen, ob Reutte auch Flair haben kann. Es bleibt der Kreativität der Kaufleute und Gastronomen überlassen, den frei gewordenen Straßenraum für eigene Aktivitäten zu nutzen. Der Rotaryclub Reutte-Füssen geht hier mit gutem Beispiel voran. Mit dem mittlerweile dritten Stundenlauf wollen die Rotarier Reutte im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung versetzen. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Schulsport und der Sportjugend des SV Reutte zugute. Start des Laufs ist um 17.30 Uhr im Obermarkt. Zahlreiche weitere Programmpunkte werden auch dieses Jahr die Bevölkerung auf die Straße locken. An den Details wird noch gefeilt. Fest steht jedenfalls, dass am Abend Reutte wieder in einem ganz besonderen Licht erstrahlen wird. Ab 19.30 Uhr wird die Band After Midnight das Zentrum in eine rockige Klangwolke hüllen. Städte und Gemeinden aus ganz Europa machen mit der Mobilitätswoche und dem Autofreien Tag auf den enormen Anstieg des motorisierten Verkehrs und die damit zusammenhängende Zunahme von Lärm, Luftschadstoffen und verstopften Straßen aufmerksam. Das Außerfern und insbesondere die Marktgemeinde Reutte haben diesbezüglich einiges zu bieten. Die B179 ist mittlerweile vor der Tauernautobahn die staureichste Straße Österreichs. Im Außerfern gibt es die höchste Anzahl an PKWs pro Einwohner und am zentralen Kreisverkehr in Reutte tummeln sich täglich bis zu 21.000 Fahrzeuge. Besonders arg ist es um die Fahrradfreundlichkeit bestellt. Während entlang des Donauradwegs die Pedalritter in kleinen Städten wie Dürnstein oder Melk die Fußgängerzonen belagern, ist man als Radfahrer in Reutte gefährlich unterwegs. Dabei liegt Reutte am beliebten Fernradweg Via Claudia Augusta, nach dem Donauradweg mittlerweile der zweitbeliebteste österreichische Radweg bei den Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs. „Eine touristische Positionierung mit möglichst viel Autoverkehr und den schönsten Tankstellen wird die Betten nicht füllen,“ ist sich Bgm. Luis Oberer sicher. Trotz der im wahrsten Sinne des Wortes verfahrenen Verkehrssituation will Oberer nicht aufgeben. Er lädt alle kreativen und an echten Lösungen interessierten Planer im Herbst zu einem Verkehrsgipfel ein. „Die Lösung des Verkehrsdilemmas ist nach wie vor ein klarer Auftrag des Bürgers. Als Bürgermeister allein kann ich keine Wunder vollbringen. Dieses Problem können wir nur gemeinsam lösen“, erinnert Oberer die Mitglieder des Gemeinderats.
Bildtext: Akustik-Rock statt Verkehrslärm: Am Autofreien Tag hüllt die Band After Midnight das Reuttener Zentrum in eine rockige Klangwolke.

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